Das Jugend-, Nachwuchs- und Leistungssportkonzept des NTV ist offiziell verabschiedet. Andrea Kalbe, Vizepräsidentin Jugend im NTV, hat das bisher bestehende Konzept kontinuierlich weitergeschrieben und aktuellen Anforderungen angepasst. Im Interview erläutert sie die wichtigsten Punkte und Zielformulierungen.

Frau Kalbe, wie ist dieses umfangreiche Konzept von immerhin über 30 Seiten zustande gekommen?
Mein Vorgänger im Amt des Vizepräsidenten Jugend, Henner Steuber, hatte bereits ein Konzept entwickelt und kontinuierlich fortgeschrieben. Nun mussten allerdings - vor allem aufgrund des Bundesstützpunktes Nord in Hannover - Anpassungen und Veränderungen vorgenommen werden. Einer der wichtigsten Punkte ist nämlich genau die Integration des Bundesstützpunktes in unser Fördersystem.

Also ein Konzept für die absolute Spitze im NTV-Jugend- und Nachwuchsbereich?
Nein, absolut nicht. Dieses Konzept fängt im Sichtungs- und Grundlagenbereich an, und entwickelt sich über das Basistraining und das Leistungstraining zum Profisport. Ich möchte ganz deutlich unterstreichen, dass dieses Konzept mit seinen zahlreichen Facetten und den vier Förderstufen eine Chance für alle Jungendlichen bietet - und zwar eine Chance, die jeder annehmen kann und sollte.

Förderstufen anstelle von Kaderdefinition?
Richtig, wir denken fortan nicht in Kadern, sondern in Förderstufen. Und jede Stufe hat ihre Aufgabe und Zieldefinition, ist ein wichtiger Teil des Konzeptes. Jede Spielerin, jeder Spieler kann sich über dieses Konzept definieren und den eigenen Weg wählen oder finden.

Welches ist der zentrale Punkt?
Der Übergang von der Förderstufe 2 in die Förderstufe 3, der Wechsel vom dezentralen Training in den Regionen zum Bundesstützpunkt/NTV-Landesleistungszentrum in Hannover. Im Internat beginnt für Spielerinnen und Spieler zwischen 14 und 18 Jahren das auf den Spitzensport ausgerichtete Leistungstraining. Wir haben mit der TennisBase Hannover diesen fantastischen und bundesweit anerkannten Stützpunkt und ich möchte, dass sich unser ambitionierter Nachwuchs mit der TennisBase auch identifiziert. Ähnlich wie das Trainingszentrum in Roland Garros soll der Stützpunkt der anvisierte Punkt sein, um von dort aus als Profi zu starten.

Und wenn ein Spieler nicht in den Stützpunkt wechseln möchte?
Verbleibt er in der Förderstufe 2 mit der dort definierten finanziellen Unterstützung. Das Training geht im dezentralen Bereich weiter, die Kommunikation mit den Trainern und den Gliederungen ist durch das neue Konzept sowieso sehr stark. Es ist ein Zusammenspiel für alle Ebenen geschaffen worden.

Training und Leben im Stützpunkt und im Internat muss aber auch durch die Eltern mitfinanziert werden?
Ja, so ist es. Wir werden aber natürlich individuelle Konzepte und Angebote erstellen, wie es jetzt bereits der Fall ist. Der NTV setzt sich im Ressort Leistungssport intensiv mit den Gegebenheiten auseinander. Wir wollen schließlich nach dem Potenzial der Spielerinnen und Spieler entscheiden können und nicht nach der finanziellen Situation der Familie.

NTV-Kaderlisten