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Jaan's Blog: Geschichten aus Amerika
In den kommenden drei Wochen ist Stützpunktspieler Jaan Brunken gemeinsam mit Trainer Benjamin Ebrahimzadeh, dem neuen Mann im Trainerteam im Bundesstützpunkt Nord in Hannover, in den USA unterwegs, um auf ITF-Turnieren weitere Punkte für die Weltrangliste zu sammeln.
Brownsville, Harlingen und McAllen sind die Stationen und um die Tennisfans in Niedersachsen auf dem Laufenden zu halten, wird es von nun an einen Blog des 19-Jährigen geben, der augenblicklich auf Rang 557 der Weltrangliste steht. Neben seinen Erfahrungen auf dem Tennisplatz liefert Jaan Brunken nun regelmäßig kleine Geschichten aus Amerika, die seine Erlebnisse auf der Reise widerspiegeln.

Bog 5: Von Trainingseinheiten mit Mario Ancic und beeindruckenden Basketball-Matches
Es hat ein bisschen gedauert, aber mittlerweile bin ich auch über die zweite Niederlage gegen Kelly hinweg. Die zweite hat mich noch ein bisschen härter getroffen als die erste, deswegen habe ich auch eine Zeit nicht gebloggt, weil ich einfach keine Lust hatte. Wir sind mittlerweile in McAllen und hier ist einfach alles besser als in den beiden Wochen zuvor. Man kann alles bequem zu Fuß erreichen, sogar die Anlage ist direkt nebenan. Selbst das Wetter scheint an diesem Ort besser und ruhiger zu sein.
Das wohl beste aber ist, dass wir hier so ein bisschen vom Glück verfolgt werden. Es fing damit an, dass wir kein Taxi aus Harlingen nach McAllen zahlen mussten, weil jemand zufällig mitgekriegt hat, wie wir an der Rezeption nach einem Taxi gefragt haben. Der meinte dann, dass er mit seinem Spieler später auch dorthin fahren würde und er könnte uns mitnehmen.
Anfangs dachte ich mir, dass der Mann irgendein Trainer war, aber wie sich herausstellte, war das nicht irgendjemand, sondern Brad Stine. Der Name sagt einem vielleicht nicht viel, aber die Namen mit denen er schon zusammen gearbeitet haben sagen umso mehr: Da ist zum Beispiel Jim Courier, die ehemalige Nummer eins der Welt. Mit ihm hat er sieben Jahre gearbeitet und hat ihn an die Spitze geführt. Dann noch mit Sebastian Grojean und noch ein paar anderen Top 100 Spielern.
Mit seinem Spieler Dan habe ich dann die erste beiden Tage trainiert, wobei die erste Trainingseinheit eine Katastrophe war, was ich aber auf meine Kappe nehme, weil ich noch ziemlich schlecht drauf war, wegen meines am Tag zuvor verlorenen Matches. Ich war von so ziemlich allem genervt, was passiert ist. Wind, Schatten von mir selber, einfach allem. Der Tag war dann zum Glück auch irgendwann vorbei und als ich am nächsten Morgen aufgewacht bin, sah auch alles schon wieder besser aus und meine Stimmung war auch um einiges besser.
Es gibt ein paar Sachen die man einfach nicht im Training braucht und dazu gehört vor allem ein unmotivierter Trainingspartner. Ich durfte den faulsten von ihnen kennenlernen, Filip. Dieser Junge hat sich kein Stück bewegt und sich dann nach Fehlern immer auf Kroatisch über sich selbst aufgeregt. Nach kurzer Zeit habe ich dann auch erkannt, dass man mit ihm nur Punkte spielen kann, weil er für alles andere einfach nicht zu gebrauchen war. Nicht weil er zu schlecht ist, ganz im Gegenteil er ist ein ziemlich guter Spieler und bringt sehr viel mit, aber er hat sich wenn es hoch kommt nur zu 30% reingehängt. Ich meinte dann zu Benny, dass Filip ganz oben auf meine Liste kommt, mit den Spielern, mit den ich nicht wieder trainieren werde.
Nach dem schlechtesten Trainingspartner hatte ich am nächsten Tag den besten der ganzen US Reise: Denn dieser war kein geringerer als Mario Ancic. Vor rund zwei Jahren war er noch unter den Top 10 in der Welt, dann wurde er aber durch Krankheiten und Verletzungen zu einer eineinhalbjährigen Pause gezwungen und versucht jetzt wieder anzugreifen.
Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so einen guten Kickaufschlag gesehen, geschweige denn returniert. Ich konnte aus der Einheit viel mitnehmen und hielt auch ganz gut dagegen.
Am Abend waren wir noch mit Brad und Dan bei einem Basketball-Match. Es war ein Spiel der NBA D-League, das ist die zweithöchste Liga, eine unter der NBA. Wir waren ziemlich beeindruckt von der Aufmachung und was das für ein Spektakel war, obwohl es nur zweite Liga gewesen ist. Unsere zwei US Boys mit denen wir da waren, waren nicht ganz so angetan, weil sie wohl NBA Niveau gewöhnt sind und eine Arena mit 6.000 Sitzen für sie winzig erscheint.

Wir haben hier echt Glück, hatte ich ja vorher schon mal erwähnt. Wir werden hier behandelt wie Stars. Haben unseren eigenen Fahrdienst, der uns überall hinfährt und Trainingsplätze und Trainingspartner für uns sucht und bucht.
Aber nicht jeder Spieler hat dieses Privileg, sondern nur Mario Ancic und ich. Wobei ich das eher nicht meiner Leistung verdanke, sondern eher dem Zufall, dass Benny früher mit dem Bruder des Turnierdirektors zusammen trainiert hat und das bei einem Gespräch zwischen den beiden zufällig herausgekommen ist.
Also uns gehts soweit gut hier, jetzt müssen nur noch die Ergebnisse stimmen.
Gruß Jaan

Blog 4: Bye bye Brownsville - hello Harlingen
Eigentlich sollte ich ja am Donnerstag spielen, aber leider hat sich das gute Wetter hier nicht gehalten und unser alt bekannte Freund, der Regen, den wir ja aus dem deutschen Sommer nur allzu gut kennen, hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Das ist halt der Nachteil an Hardcourts, sobald es anfängt zu regnen, werden die Plätze unbespielbar, nicht so wie auf Sand, da kann man ja sogar bei Dauerregen noch spielen. Somit wurde mein Spiel auf den Freitag verlegt, das hieß, wenn ich gewinnen sollte, dann hätte ich an dem Tag noch ein Spiel absolvieren sollen. Aber als ich morgens aufstand, wusste ich sofort, dass garantiert keine zwei Matches von der Zeit möglich sind, weil es schon wieder regnete.
Trotzdem mussten wir um 8:45 Uhr an der Rezeption sein, weil das die einzige Zeit war, zu der ein Fahrdienst auf die Anlage gefahren ist. Also warteten wir mit ein paar anderen Spielern und Schiedsrichtern, als wir die Nachricht bekamen, dass der Shuttle ein Stunde später fährt, da die Plätze noch nicht bespielbar waren
Das ganze Spiel hat sich noch weitere dreimal wiederholt. Wir abfahrbereit gewartet und wieder um eine Stunde aufgeschoben. Um 12: 45 Uhrsind wir dann endlich gefahren, und somit hatte ich auch noch Zeit, die weltekligsten Spaghetti mit Tomatensauce irgendwie runter zu würgen, die unser Hotel mit Stolz führte, schließlich brauchte ich ja Power.
Auf der Anlage angekommen, war ordentlich was los auf den Plätzen. Allerdings wurde kein tennis gespielt, sondern die Schiedsrichter haben mit Handtüchern, Schwämmen und Laubbläsern bewaffnet, irgendwie versucht, die Plätze trocken zu kriegen.

Bald ging es auch los, aber war erst das achte Match, das einen Platz zugewisen bekam.
Ich habe die Aufschlagwahl gewonnen und mich für Rückschlag entschieden, ich dachte mir, da wir beide fast eineinhalb Tage nicht gespielt haben, wird er am Anfang vielleicht ein bisschen wackeln und ich könnte ihn leicht breaken. Soweit schien mein Plan auch aufzugehen, ich hatte direkt Breakball, konnte diesen aber nicht nutzen. Was dann ca. die nächsten 45 min passierte, war nicht das, was ich mir vorgenommen hatte. Ich verlor den ersten Satz 3:6. Im zweiten Durchgang konnte ich mich dann stark verbessern und habe meinen Gegner im Griff gehabt. Ein frühes Break und die Richtung für den Satz war bestimmt. Ich gewann 6:1.
Ab Mitte des zweiten Satzes fing es an sehr dunkel zu werden und deswegen wurde das Flutlicht angemacht. Es war nicht das Beste, aber ausreichend. Mein Gegner hat die ganze Zeit mit dem Schiedsrichter diskutiert, dass das Licht viel zu schlecht sei. Aber wir haben trotzdem weiter auf unserem Platz gespielt.
Der Anfang des dritten Satzes verlief relativ ausgeglichen, jeder hat sein Aufschlag ohne größere Probleme durchgebracht, bis zum 2:2. Bei seinem Aufschlagspiel hatte er schon 40:0 doch ich habe es geschafft, mich auf Einstand heran zu kämpfen und dann hatte ich schließlich Breakball. Returnfehler - oh Gott, viel zu einfach vergeben. Aber ich habe mir ein weiteren erspielt und wieder Retunrfehler. Eine gute Chancenausbeute ist etwas anderes, er hat sein Aufschlag dann durchgebracht.
Bei 2:3 sitzen wir beide auf der Bank, als plötzlich der Supervisor kam und sagte, dass wir den Platz wechseln müssen. Wir sollten auf den CenterCourt. Ich dachte ich spinne, bei 2:3 im dritten Satz den Platz wechseln? Das konnte doch nicht sein ernst sein. War es aber! Er meinte dort wäre das Licht besser.
Als ich auf den Platz gekommen bin, fühlte sich nichts an wie vorher. Die Abmessungen des Platzes waren viel größer und ich bin damit einfach nicht klar gekommen. Ich habe den Satz und damit das Match verloren 3:6, 6:1, 2:6.
Ich war extrem enttäuscht und voller Wut auf mich, auf den Schiedsrichter, eigentlich auf alles. Nach einiger Zeit hat sich die Wut gelegt und es war nur noch die Enttäuschung übrig.
Das einzige, was dann hilft ist Seelenfutter, mit der Freundin telefonieren und ganz viel Schlaf. Im Hotel angekommen, habe ich mir dann erstmal einen Cheeseburger beim Roomservice bestellt und mich Schlafen gelegt. Ca. 10 Stunden später bin ich wach geworden und die Welt sah auch schon wieder besser aus.
Benny und ich hatten beide keine Lust, eine Minute länger als nötig in Brownsville zu bleiben, also sind wir dann direkt morgens mit einem Taxi zum nächsten Turnierort gefahren - in das ca. 30 km entfernte Harlingen.
Hier haben wir dann in das Hotel eingecheckt und dann das gleiche Prozedere wie bei jedem Turnier. Wo sind die Tennisanlage, der Supermarkt und Möglichkeiten, zu essen. Als das alles geklärt war, sind wir nachmittags auf den Platz gegangen um zu trainieren. Nach 2:30 Stunden war jeglicher Frust vom Spiel vergessen und ich fühlte mich auch schon wieder besser.
Aber eine Unannehmlichkeit stand mir noch bevor: Die Matchbesprechung mit Benny. Er hat das aber ganz gut gelöst. Wie macht man eine solche Besprechung angenehm? Man nehme ein unangenehmes Thema (mein Match) und dazu den angenehmsten Ort, den man sich vorstellen kann. Wir haben uns unter klarem Sternenhimmel im Whirlpool mit Badewassertemperatur getroffen.
Die Besprechung hat viel gebracht und ich habe einiges daraus mitgenommen, aber wenn ich ehrlich bin, wäre mir in dem Moment meine Freundin im Whirlpool lieber gewesen. :)
Aber jetzt heißt es, mit neuer Kraft ran an die neuen Aufgaben..
Gruß aus Harlingen von Jaan und Benny

Blog 3: Vom ersten Sieg und ersprungenen Steaks
Ich hatte mich eigentlich gefreut, dass ich nicht erste, sondern erst zweite Runde nach 10 Uhr spielen musste. Naja, da wusste ich ja auch noch nicht, dass die Partie vor mir einfach nicht zu Ende gehen wollte. Die beiden haben sich gebreakt ohne Ende und schließlich hieß es 7:5 im dritten Satz und dann war ich endlich an der Reihe.
Zu meinem eigenen Match ist nicht viel zu sagen. Ich habe eine solide Leistung abgeliefert und ohne größere Schwierigkeiten 6:4, 6:2 gewonnen. Danach haben Benny und ich noch kurz an einigen Dingen gearbeitet, die nicht ganz optimal in meinem Match liefen.
Nach meinem Match fing die Zeit des Wartens an. Ich hatte das Gefühl, dass der Fahrdienst entweder nie da oder gerade losgefahren war, wie uns der Mann an der Rezeption immer mitteilte. Das ist übrigens derselbe Typ, der mich weggedrückt hat - und ich muss sagen, er wird mir von Tag zu Tag unsympathischer. Wahrscheinlich freut es ihn, wenn er immer die Enttäuschung in meinem Gesicht sieht, wenn er mir wieder sagt: Sorry there is no driver here at the moment"...jaja das könnte er sich auch eigentlich sparen und mir einfach sagen, dass er mich fertig machen will.
Da ich den Tag nach meinem Match frei hatte, haben wir am Nachmittag noch ein Wurf- und Sprungprogramm absolviert. Bei den Würfen mussten wir ein bisschen improvisieren, da die Wände hier nicht so stabil sind, wie bei uns und wir wollten keine anderen Hotelgäste stören, also habe ich meinen Medizinball einfach gegen eine Palme geworfen! Als Benny das gesehen hat, meinte er zu mir, dass ich Glück habe, dass da keine Kokosnüsse dran waren, die könnten bei einem Treffer auf den Kopf doch arge Kopfschmerzen verursachen.
Nach den Würfen kamen die Sprünge. Die sollten sich für mich im wahrsten Sinne des Wortes auszahlen, denn bei der letzten Serie hat Benny mir eine Weite vorgegeben, die ich mit vier Sprüngen erreichen musste. Wetteinsatz war ein Abendessen. Dann habe ich nochmal alle Kraft mobilisiert und mir mein Steak ersprungen, denn wir waren an dem Abend in einem typisch texanischen Steakhouse - also sind wir nach einer Woche dann auch in den USA angekommen, WELCOME to AMERICA.
An meinem freien Tag haben wir vormittags ca. 90 Minuten gearbeitet, dann war ich noch beim Physio und habe mich ein bisschen pflegen lassen.
Zurück im Hotel habe ich zu Hause durchgerufen und gefragt ob es was Neues gibt, aber außer einem neuen Handy bei meiner Freundin, worauf sie sich gefreut hat, wie ein kleines Kind auf Weihnachten, ist alles beim alten. Immer noch Eiszeit bei euch, wir hatten die letzten beiden Tage richtiges Glück mit dem Wetter. Sonne und über 20 Grad.
Den Nachmittag habe ich dann in meinem Zimmer verbracht und ich habe die freie Zeit auch sinnvoll genutzt, weil ich mein Zimmer aufgeräumt habe. Der Coach war nicht allzu angetan, als er mein Zimmer einen Tag vorher betreten hat. Viel vom Zimmer hat man nicht gesehen, weil alles mit meinen Klamotten voll lag und außerdem hat es in tierisch genervt, dass ich jedesmal wenn wir los wollten erstmal meine Zimmerschlüsselkarte suchen musste. Das gehört jetzt aber auch der Vergangenheit an, also ist Benny nicht nur Tennistrainer hier für mich, sondern auch Ersatzmama.
Ich spiele am Donnerstag mein Zweitrundenmatch, wieder um zweite Runde nach 10 Uhr, ein gutes Omen, finde ich. Mein Gegner ist ein Australier, den ich nicht wirklich kenne.
Viele Grüße aus Texas

Bog 2: Brunken from the mall und der Feuerwecker
Die letzten Tage haben wir neben dem Training dazu genutzt, uns hier richtig zurecht zu finden: Wo man essen gehen kann wo welcher Laden oder Supermarkt ist und so weiter...Dabei mussten wir feststellen, dass der vom Hotel gestellte Fahrdienst nicht immer auf Bestellung kommt, sondern eher nach Lust und Laune.
Die Trainingsinhalte erspare ich euch lieber, die würden den Rahmen sprengen und sind außerdem Top Secret!!!..Nee, Spaß bei Seite, wir haben, nachdem ich mich an die Zeitumstellung gewöhnt habe, versucht, Matchtrainingspartner zu finden. Wir mussten auch gar nicht lange suchen, denn direkt während unserem ersten Training kam der Trainer von der USTA (US Tennis Association),der übrigens wie ich finde aussieht wie US-Schauspieler Ben Stiller zu uns an den Platz und hat gefragt, ob ich mit einem seiner Spieler ein Trainingsmatch absolvieren möchte.
Ich habe ihn daraufhin gefragt, wer das denn sei und er fragt mich, ob ich Devin Britton kenne...und natürlich kenne ich ihn. Es ist Mister Wildcard in Person, das nächste Tennissternchen am amerikanischen Tennishimmel, also wenn man den Zeitungen hier glaubt.
Wir haben schnell eine Zeit für die nächsten Tage abgemacht und die Trainingsssätze liefen auch gut. Zumindest aus meiner Sicht, er wirkte nicht ganz so zufrieden mit sich. Vielleicht stört es ihn ja, dass er schon wieder gegen einen Deutschen verliert, da er in der vergangenen Woche in San Jose gegen Tommy Haas auch das Nachsehen hatte. Mir kann es egal sein, denn ich fühlte meine Schläge gut und war mit mir zufrieden.

Nach den Trainingsanstrengungen wollten wir im Hotel ein bisschen abschalten. Ich hab mich gerade im Internet beschäftigt und dann das: Stromausfall!!!
Ich bin rüber zu Bennys Zimmer und er hat gesagt, dass er sich jetzt hinlegt, zum Schlafen brauche er schließlich keinen Strom. Also bin ich dann wieder in mein Zimmer und habe gewartet. Nach einer halben Stunde ging dann auch wieder alles. Also war ich auch wieder online und meine Freundin war auch wieder beruhigt, denn ich hatte gerade mit ihr über Skype telefoniert und auf einmal war die Verbindung weg.
Die Ruhe war aber nur von kurzer Dauer - denn dann ging plötzlich der Feueralarm los. Ich wusste überhaupt nicht, was ich alles mitnehmen sollte. Schnell Pass und Flugtickets geschnappt und raus aus meinem Zimmer. Benny hatte sich wohl auch eine angenehmere Art des Aufwachens vorgestellt, als bei dieser Feueralam-Sirene. Wir haben uns dann an der Rezeption getroffen und wie sich heraus rausstellte, war das alles nur ein Bluff, Fehlalarm.
Nachdem "Möchtegern" Feuer sind wir am Abend zum Essen in die Mall gefahren und hatten mit unserem Fahrer vom Hotel abgemacht, dass er uns um 21 Uhr wieder abholen soll. Ich habe ja eben schon gesagt, dass man sich nicht so auf die Fahrer hier verlassen kann. Und was war? Natürlich war um 21 Uhr kein Fahrer in Sicht.
Nachdem wir 20 Minuten gewartet haben, hat es mir gereicht, und ich habe im Hotel angerufen. Dazu muss ich sagen, dass ich nur eine deutsche Handykarte habe und mich jede Minute fast 2 € kostet. Fatal, wenn die Erkundungsphase der Rezeption rund vier Minuten dauert - und diese mit dem schlichten Auflegen des Hörers endet.
Also musste ich noch einmal anrufen und sagte folgenden legendären Satz: "Hello it´s Brunken from the mall, come and get us NOW!!! Ich habe nur ein leises okay von der andern Seite vernommen und aufgelegt. "Brunken from the mall - Benny hat sich natürlich schlapp gelacht. Hier in Amerexico passiert tatsächlich ordentlich was.
Mittlerweile ist die Auslosung auch draußen ich spiele gegen einen Amerikaner, den ich nicht kenne: Christopher Klingemann, er steht so um Rang 700 auf der Weltrangliste. Für mich geht es zum Glück direkt am Dienstag los, ich spiele das zweite Match nach 10 Uhr, also beste Voraussetzungen für eine gute Leistung.
Hasta la Vista JB und BE

Blog 1: Vom Dank an die Schulzeit und lebendigen Wasserhähnen
Wir, das sind Spieler Jaan Brunken und Coach Benjamin Ebrahimzadeh (ab jetzt nur noch JB und BE) sind nach einem langen Trip und gefühlten 189 ausgefüllten Zetteln gestern Abend in Brownsville, Mexiko, angekommen. Mexiko? Eigentlich dachten wir, dass das Turnier Future USA F4 auch in den USA stattfindet, doch da haben wir uns wohl getäuscht - wir sind irgendwie so gut wie in Mexiko, und können eigentlich nur überleben, da ich definitiv gut spanisch spreche. Da sieht man dann mal, dass Schule doch gar nicht so unnötig ist.
Nachdem wir uns heute Morgen nach dem Frühstück erst einmal Richtung Supermarkt und Shopping Mall aufgemacht haben, da es hier geregnet hat, sind wir am Nachmittag zum Training gefahren. Am Ende einer guten Trainingseinheit wollte BE ganz locker und lässig einen Kickserve von mir auffangen und hat den Ball vorne auf den Mittelfinger bekommen. Jetzt ist der Finger eine Nummer grösser und hat eine andere Form und Farbe als der Rest der Hand, naja kommt vor im Sport. Auf dem Weg zurück ins Hotel haben wir den langsamsten Taxifahrer der Welt kennengelernt - er ist aber nicht nur unglaublich langsam gefahren sondern hat auch durchgehend seinen Blinker an gehabt. Nachdem ich ihm den Weg ins Hotel erklärt habe, sind wir auch irgendwann angekommen. Und direkt auf unsere Zimmer gegangen, weil der Jetlag sich langsam bemerkbar machte.
Als ich endlich in meinem Hotelzimmer war, hab ich gleich mein Laptop angeschmissen. Ich hab schon die ganze Zeit überlegt, was ich noch lustiges in den Blog schreiben könnte. "Geh erstmal duschen", dachte ich mir - und schon hatte ich meine Story: Als ich nämlich die Dusche anstellte, schoss der Wasserhahn mit voller Wucht aus der Wand. Zum Glück stand ich noch nicht in der Dusche sonst wäre mein Unterschenkel wahrscheinlich weg gewesen. Naja somit musste ich mir nichts mehr einfallen lassen - Unverhofft kommt oft.
Es grüßen JB und BE aus Brownsville

 

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